Mein Weg zum Amateurfunk

Als 14 jähriger war ich eines Abends bei meinem CB-Funkfreund Udo zu Besuch, um auf seine kleinen Kinder aufzupassen. Abgeholt wurde Udo von seinem Bekannten, der bei der Bundeswehr Funker war. Dieser führte uns an einem Weltempfänger Grundig Satellit 3400 (Foto) vor, wie sich Telegrafiesignale anhören. Fasziniert davon, dass man diese Zeichen auch wirklich entziffern kann, fasste ich noch diesem Abend den Entschluss "DAS WILL ICH AUCH KÖNNEN".
Die anstehende Konfirmation brachte mir von der Verwandschaft genug Geld ein, um mir einen Grundig Satellit 1400 Weltempfänger (Foto) zu kaufen. Desweiteren wurde vom DARC ein Morsekursus auf Kassetten beschafft (Foto). Unverzüglich begann ich damit Morsen zu lernen. Da ich sehr konsequent darin war, und ich mich jeden Abend pünktlich um 19 Uhr von meinen Freunden verabschiedete um Morsen zu lernen, galt ich bei denen schnell als "komischer Vogel". Nach mehreren Monaten fleißigen lernens und etlichen im Schreibtisch reingehauenen Bleistiften, konnte ich immerhin Tempo 70 BPM aufnehmen. Es folgte eine eineinhalbjährige SWL-Zeit in der viele Stationen in Telegrafie geloggt wurden. Dies festigte natürlich meine Kentnisse.

Bis zu diesem Zeitpunkt hatte ich weder eine Morsetaste angelangt, noch Kontakt zu Funkamateuren gehabt. Man befand sich ja im Jahr 1982, weit entfernt vom Internet, wo man mal eben Amateurfunk in Google eintippt. Irgendwie erfuhr ich dann, das die Jugendgruppe vom Augsburger Ortsverband T01 im Zeughaus eine Amateurfunkstation aufbaut. Mein Besuch dort ist mir noch in guter Erinnerung geblieben, da die Jungs doch ziemlich überrascht waren, dass sich ein Ihnen Unbekannter 16 jähriger an die aufgebaute Station setzt und sofort Telegrafie mitschreibt. Dann ging es schnell. Innerhalb weniger Monate paukte ich in Eigenregie konsequent die Technik und lernte das Geben der Morsezeichen mit einer Junkers Taste. Dabei unterstützte mich Nick, DJ8NS, indem wir uns einmal wöchentlich bei der Clubstation DL0BU zum Überprüfen meiner Fortschritte trafen. Am 14.12.1982 war es dann soweit. Bei der Oberpostdirektion in München legte ich die Amateurfunkprüfung mit Erfolg ab und erhielt das Rufzeichen DL3MCO zugeteilt. Trotz ca. 25 angehenden Funkern die zur Lizenz antraten, war ich der einzige der zusätzlich die Morseprüfung ablegte. Schon damals konnte man den Weg erkennen, den die Telegrafie Prüfung nehmen sollte. Seitdem sind genau 25 Jahre vergangen. Telegrafie ist bis heute meine Lieblingsbetriebsart. Zusätzlich bastle ich regelmäßig an kleineren Projekten für den Amateurfunk.

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